Mit den Toten in Verbindung bleiben, ganz ohne KI.
Rituale als Continuing bond.
Trauer ist eine normale, natürliche Reaktion auf Verlust, heißt es in vielen Lehrbüchern zu Trauer. Monika Müller beschreibt präziser, wie sich das anfühlt: „Trauer ist die Reaktion auf den Verlust eines Resonanzraums.“ Man möchte mit dem oder der Anderen gern sprechen, spüren oder schweigen – aber die Resonanz bleibt aus. Die Beziehung zu einem vertrauten, im besten Fall auch liebend-geliebten Gegenüber ist wie abgerissen. Das bereitet tiefen Schmerz.
Das Bedürfnis, mit der Partner:in, einem Kind, Elternteil oder engem:n Freund:in, vielleicht auch einem Tier in Verbindung zu bleiben, prägt viele Kulturen und Religionen. Ihm wurde und wird nachgegangen in Ritualen und Symbolen in Geschichte und Gegenwart, und es ist auch in aufgeklärten, technisch und naturwissenschaftlich geprägten Zeiten wie unserer präsent.
Im Vortrag werden Konzepte von J. Bowlby, D. Klass und E.M. Steffen vorgestellt und sinnliche Praktiken und Rituale als heilsame Resonanzräume beschrieben, die gleichzeitig die Ablösung von den Verstorbenen und die lebendige Beziehung mit ihnen denkbar machen. Trauer kann ebenso als Prozess des Realisierens von Verlust wie auch als Finden eines Platzes für In-Beziehung-Bleiben erlebt werden.

Referent:in
Prof. Traugott RoserEvang. Pfarrer und lehrt als Professor für Praktische Theologie an der Universität Münster (Jg. 1964). In seiner Forschung und Lehre befasst er sich mit Spiritual Care, Seelsorge und Palliative Care. Er hat zum Themenfeld Trauer Bücher zu Sexualität und Gendersensibilität geschrieben. So oft er kann, ist er als Pilger auf einem der vielen Jakobswege zu treffen.
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