Learning To Say Goodbye.
Von vier Abschieden, die nicht stattfinden konnten, und dem Beruf, der daraus wurde.
Vier Menschen, die sie liebte, starben in kurzer Folge, und von keinem konnte Alexandra Dionisio sich verabschieden. Zuerst ihre Mutter, an deren Bett in Deutschland sie saß, ohne dass über das Sterben je gesprochen werden durfte. Dieser fehlende Abschied hat sie Jahre später an die Betten sterbender Kinder geführt.
In ihrer Lesung aus „Abschied nehmen lernen“ erzählt sie von beidem: von der eigenen Trauer und von ihrer Arbeit als End-of-Life Doula in der Kinderhospizarbeit in Los Angeles. Vom Schweigen in Familien, in denen alle etwas ahnen und niemand es wirklich anspricht. Von der inneren kritischen Stimme, die in der akuten Trauer verstummt und ausgerechnet beim Heilen am lautesten wird. Im Buch ist sie eine eigene Figur, ein „Schulterkritiker“, in dem viele ihren eigenen wiedererkennen. Und von Momenten, in denen ein Abschied doch noch gelingt: spät, wortlos, anders als geplant.
Gelesen werden zwei Szenen, die sich gegensätzlich sind: Ein Sterbebett, an dem niemand das Nötige sagt und ein Wohnzimmer, in dem eine Familie nach dem Tod ihres Sohnes gemeinsam einen Abschied findet. Dazwischen wird erzählt, nicht angeleitet. Im Anschluss ist Zeit für Fragen und gemeinsamen Austausch.

Referent:in
Alexandra DionisioZertifizierte Sterbebegleiterin (End-of-Life Doula) mit Schwerpunkt Kinderhospizarbeit. Mit Reiki am Lebensende hilft sie Familien, Verbindungen von Herz zu Herz zu schaffen, wo Worte versagen – und verwandelt letzte Abschiede in heilige Momente. Sie ist Autorin von „Abschied nehmen lernen – Wie ich durch Trauer das Vertrauen fand“, einem nachdenklichen Memoir über Trauer, Verlust und Wandlung, und moderiert den vielbeachteten Podcast „Learning to Say Goodbye“ in dem sie Tod, Trauer und Spiritualität über Kulturen hinweg erkundet. Sie spricht international über Vorsorge am Lebensende, mitfühlende Begleitung und die tiefen Geschenke, die entstehen, wenn wir uns unserer Sterblichkeit bewusst zuwenden. Mit Leichtigkeit nähert sie sich dem Schweren – eine Qualität, die Menschen die Scheu nimmt und Raum schafft für Gespräche. Alexandra Dionisio lebt in Los Angeles und teilt ihre Zeit zwischen den USA und Italien. Bevor sie Sterbebegleiterin wurde, arbeitete sie als Hochzeitsplanerin und Marketing-Führungskraft – ein Weg vom Feiern der Anfänge zum Würdigen der Abschiede, der ihr Verständnis für die bedeutsamsten Übergänge des Lebens prägt.
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