Wein doch!
Wein im Spannungsfeld von Lebensgenuss und Abschiedsritualen.
Genuss hat auch ein schwierigen Zeiten einen wertvollen Platz im Leben. Gemeinsam eine gute Mahlzeit zu genießen, stärkt nicht nur das Miteinander, sondern kann auch gemeinsame Erinnerungen und eine Möglichkeit schaffen, dem anderen etwas Gutes zu tun. Das Teilen von Mahlzeiten kann das Gefühl der Autonomie und des Selbstwerts der Patienten stärken, insbesondere wenn die erkrankten Menschen aktiv in die Auswahl von Speisen und korrespondierenden Weinen einbezogen werden.
Wein kann helfen, Geschmacksveränderungen und Appetitlosigkeit entgegenzuwirken. Die optische und sensorische Wahrnehmung von hübsch arrangierten Speisen mit dem passenden Wein im eleganten Glas vermag das Wohlbefinden steigern, indem sie die Sinne anspricht. Genuss bietet eine willkommene Ablenkung von Schmerzen, Ängsten und anderen Herausforderungen der Krankheit.
Die ästhetische Dimension des Weins schafft eine besondere Atmosphäre; er weckt über den Geruchssinn oft Assoziationen an besondere Momente im Leben und ermöglicht so oft eine Erinnerungsreise.
Es ist wichtig, die Sehnsucht nach Schönheit, Gemeinschaft und kulturellem Leben zu bewahren, um Lebensqualität zu fördern, selbst in herausfordernden Lebenssituationen. Wein als jahrtausendealte Medizin kann als Brücke zum Genuss dienen, denn der Eindruck, den Genuss zurücklässt, ist bleibend.

Referent:in
Dr. Veronika Rufer- Fachärztin für Allgemeinmedizin, Ernährungsmedizin, Rettungsmedizin
- Dozentin an der Charité
- Freie Dozentin, am liebsten interdisziplinär 🙂
- WSET III zertifizierte Sommelière
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