Sucht und Verluste.
Wenn die Trauer in die Suchtberatung eingeladen wird.
In den vielen Jahren der Arbeit mit suchterkrankten Menschen habe ich erlebt, dass Klient:innen schwierige Verluste in ihrem Leben tragen mussten, die sie ganz und gar überwältigten. Da war die Trauer um einen geliebten Menschen, der verstorben war, der Verlust eines Partners oder einer Partnerin durch Scheidung und Trennung, das Hinnehmen-Müssen von Brüchen in Biografien oder das Abhandenkommen von Schutz und Sicherheit. Viele dieser Menschen fühlten sich ohnmächtig und suchten im Suchtmittelkonsum einen Ausweg, um mit dem Schmerz, der Scham, den Ängsten und den Schuldgedanken weiter leben zu können.
Einmal angenommen, die Schuld, die Scham und die Angst werden als wichtige Begleiter im Therapieraum Platz nehmen. Was wäre, wenn die Trauer, in all ihren Facetten, ebenso eingeladen werden würde? Was können wir von den Erfahrungen und der Expertise von Trauerbegleitenden in die Arbeit mit suchterkrankten Menschen übernehmen? Wie würde sich der Blick auf die Sucht verändern? Denn vielleicht kann Trauer auch eine Lösung sein.
In diesem Vortrag wird Kerstin Zabel-Strzyz aus ihrer langjährigen therapeutischen Arbeit mit suchterkrankten Menschen berichten. Anhand von Fallbeispielen und systemischen Ansätzen verwebt sie ganz praxisnah die Themenbereiche Sucht, Trauma und Trauer.

Referent:in
Kerstin Zabel-StrzyzDipl. Sozialpädagogin, systemische Therapeutin, Supervisorin und Autorin. Sie arbeitete viele Jahre in einer Suchtberatungsstelle, begleitet therapeutisch psychisch erkrankte Menschen mit Traumaerfahrungen in Wohngruppen und gibt regelmäßig Fortbildungen. Ihr Buch „Sucht, Trauer, Trauma“ ist im letzten Jahr bei Klett Cotta erschienen.
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