ideen.campus
„Ideen für einen neuen Umgang mit Endlichkeit.“
Der Ideen.Campus ist gleichzeitig Entdeckungsort, Diskurs- und Möglichkeitsraum. In den zwei Messetagen präsentieren sich hier innovative Projekte und Startups auf einer ganz besonderen Fläche. Es werden Produkte und Konzepte vorgestellt, die unser Verhältnis zur Endlichkeit neudenken. Von kreativen oder ästhetischen Auseinandersetzungen mit dem Tod bis hin zu praktischen Tools und Technologien: auf dem Campus zeigt sich die Endlichkeitskultur von morgen schon heute.
Die Gründer:innen
A RECORD OF YOU ist ein begleiteter Foto- und Erinnerungssammeldienst, der Trauernden hilft, das Leben eines verstorbenen Menschen zu ehren und zu feiern. Statt den Tod zu einem Akt des Vergessens zu machen, macht A RECORD OF YOU ihn zu einem Akt des Erinnerns. Vor jedem Tod stand ein reiches Leben, und genau dieses Leben steht im Mittelpunkt.
Ein ausgewählter Kreis von Beitragenden - Freund:innen, Familie, Kolleg:innen - wird eingeladen und dabei begleitet, ihre Erinnerungen, Geschichten und Fotos über die verstorbene Person zu teilen. Die geteilten Würdigungen ergeben ein lebendiges, aus vielen Perspektiven zusammengetragenes Lebensbild, festgehalten in digitaler oder gedruckter Form. Es entsteht ein Gesamtbild, das eine einzelne Person allein nicht schaffen könnte.
Dieser Ansatz stützt sich auf etablierte Trauerforschung, darunter die Theorie der fortbestehenden Bindung (Continuing Bonds) und die narrative Rekonstruktion.
Als Gründerin von A RECORD OF YOU, mit eigener Trauererfahrung, ist es mir ein persönliches Anliegen, Menschen dabei zu unterstützen, über einen verstorbenen geliebten Menschen zu sprechen. A RECORD OF YOU ist ein begleiteter Rahmen, der Gespräche über dieses sensible Thema unterstützt.
peac-touch macht bewährtes Wissen aus der TCM (Traditionellen chinesische Medizin) und Ohrakupunktur für jeden zugänglich. Das von Dr. med. Carmen Dütsch und Oliver Sablowski entwickelte Konzept basiert auf Erfahrungen aus der Palliativ-, Schmerz- und Intensivmedizin und unterstützt Menschen dabei, Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, Unruhe, Ängste oder Schlafstörungen selbst aktiv zu begleiten.
Kern des Konzepts ist die Kombination aus einem Punkt der Ohrakupunktur und einem bewährten Akupressurpunkt aus der TCM. Daraus entsteht ein leicht verständliches System, das Betroffene selbst anwenden oder gemeinsam mit Angehörigen, Pflegekräften und Therapeut:innen nutzen können.
Die peac-touch Akupressur-Sets enthalten ein praxisnahes Anwendungsbuch mit leicht verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, einen direkten Zugang zu ergänzenden Video-Tutorials per Link oder QR-Code, Nelkensamen zur gezielten Stimulation der Ohrpunkte sowie einen Applikationsstift für die einfache und präzise Anwendung der Akupressurpunkte. So erhalten Betroffene, Angehörige, Pflegekräfte und Therapeut:innen alle Materialien, um die Methode sicher und unmittelbar im Alltag einzusetzen.
Beim Ideen.Campus stellt peac-touch einen innovativen Ansatz vor, der medizinische Erfahrung mit alltagstauglicher Anwendung verbindet. Das Ziel: Menschen und ihre Begleiter:innen zu befähigen, auch in herausfordernden Lebenssituationen aktiv zu handeln und Wohlbefinden durch gezielte Berührung zu fördern.
Sascha Kruse verbindet in seiner künstlerischen Arbeit Kunst und Trauerkultur. Im Mittelpunkt stehen handgefertigte Urnen-Unikate aus Lehm – so einzigartig wie die Menschen selbst. Doch das Projekt geht weit über die Gestaltung von Urnen hinaus: In Workshops zu Vorsorge, Trauer und künstlerischem Arbeiten entstehen Räume, in denen Menschen den Tod nicht nur theoretisch, sondern durch eigenes Tun begreifen können. Das Modellieren hilft, Sprachlosigkeit zu überwinden, Selbstwirksamkeit zu erleben und Abschied bewusst zu gestalten.
Das Projekt verbindet künstlerische Praxis mit Trauerbegleitung, Bildung und nachhaltiger Bestattungskultur. In Zusammenarbeit mit Bestattungsunternehmen, Trauerbegleitung, Hospizen, Hochschulen sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen entstehen neue Formate an der Schnittstelle von Kunst und Tod. So möchte Sascha Kruse zu einem offeneren Umgang mit Tod und Abschied beitragen und nachhaltige, individuelle Formen der Bestattungskultur fördern. Ziel ist es, Menschen einen würdevollen und persönlichen Abschied zu ermöglichen – und durch das künstlerische Begreifen des Todes zugleich einen positiven Impuls für das Leben zu geben
Der Verein Sternenräume setzt sich dafür ein, dass Familien nach dem Tod eines Kindes Zeit, Raum und professionelle Begleitung für einen selbstbestimmten Abschied erhalten. Aufbauend auf der Pionierarbeit von Gut Feismann entwickelt Sternenräume ein übertragbares Konzept für naturnahe Abschiedshäuser, um diese Form der Begleitung auch in anderen Regionen zu ermöglichen.
Begleitet werden Familien, deren Kind vor, während oder nach der Geburt bis zum 18. Lebensjahr verstorben ist. Während eines etwa fünftägigen Aufenthalts erhalten sie Zeit für einen individuellen Abschied – eingebettet in die Natur und begleitet durch fachliche Unterstützung (je nach Bedarf Hebammenarbeit, psychosoziale Begleitung etc.) und kreative Angebote wie die Sternenkindfotografie. Gleichzeitig engagiert sich der Verein für Bildung, Aufklärung und den Aufbau einer flächendeckenden Versorgungsstruktur. In Deutschland und darüber hinaus fehlen grundsätzlich Orte und Strukturen, die den über 6000 Familien jährlich einen würdevollen Abschied ermöglichen. Langfristiges Ziel ist es daher, nach dem Aufbau eines Pilotstandorts im Rhein-Main-Gebiet, Abschiedshäuser im gesamten DACH-Raum auf- und auszubauen.
Das Projekt wurde bereits mehrfach ausgezeichnet (Frankfurter Bürgerpeis, Starterpreis der Studienstiftung, Jugendehrenamtspreis des Hochtaunuskreises) und ist aktuell für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Ein Verein wurde mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet, die Prüfung der Gemeinnützigkeit steht noch aus.
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