Von der bahnbrechenden Idee zur häufigsten Bestattungsform
150 Jahre Feuerbestattung in Deutschland – eine Zeitreise
Alles begann mit einem handfesten Skandal: Die erste Einäscherung in Dresden war ein technisches Wagnis gegen massive kirchliche Widerstände – ein Akt der Rebellion für Fortschritt und Hygiene. Doch der Weg zum heutigen Standard war steinig und voller Brüche. Von besonderer Tragik dabei die Zeit des Dritten Reichs: Die Nationalsozialisten instrumentalisierten die Effizienz der Einäscherungstechnik auf grausamste Weise, um ihre Verbrechen in den Konzentrationslagern zu vertuschen – ein Kapitel, das zeigt, wie Technik für das tiefste Unmenschliche missbraucht werden kann. Nach dem Krieg driftete die Entwicklung dann zwischen Ost und West auseinander: Während die DDR die Kremierung aus ideologischen und praktischen Gründen massiv forcierte, blieb man im Westen traditioneller, bis die Privatisierungswelle der 90er Jahre den Markt völlig neu aufmischte.
Heute stehen wir bei einer Quote von 80 Prozent, und Thies Heinrich zeigt auf, wie aus der einstigen „Provokation“ ein Fundament unserer modernen Abschiedskultur wurde. Er wagt zudem den Ausblick: Welche Technologien werden das Krematorium von morgen prägen, wenn Effizienz auf den wachsenden Wunsch nach individueller Würde trifft? Ein Vortrag über 150 Jahre Feuer, Fortschritt und gesellschaftlichen Wandel – pointiert, ehrlich und ohne Tabus.

Referent:in
Thies HeinrichThies Heinrich ist buchstäblich in einem der ersten privaten Krematorien Deutschlands aufgewachsen. Heute steuert er als Geschäftsführer fünf Krematorien in Norddeutschland und berät mit der CremTec GmbH neue und alte Markteilnehmer. Dass er dabei auch als Mitautor des Standardwerks „Bestattungen in Deutschland“ fungiert und sein Wissen am Bundesausbildungszentrum (BAZ) in Münnerstadt an den Branchennachwuchs weitergibt, garantiert die nötige fachliche Tiefe für eine Zeitreise, die im Jahr 1874 ihren Anfang nimmt.
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