Grenzgänge: Suizidprävention und assistierter Suizid – unvereinbar?
Suizidprävention und ein leichter Zugang zum assistierten Suizid sind nicht miteinander vereinbar. Der Vortrag legt Grundprinzipien der Suizidprävention dar, informiert zudem über wissenschaftlich belegte Aspekte des Suizids und des assistierten Suizids um sodann Grundprinzipien der Prävention des assistierten Suizids zu beschreiben. Es gibt Hinweise auf eine Zunahme assistierter Suizide in Deutschland seit 2021. Das Geschlechterverhältnis bei assistierten Suiziden ist nahezu 1:1, bei anderen Suiziden liegt das Geschlechterverhältnis bei 3 (Männer): 1 (Frauen). Psychologische Befunde beim Anliegen eines assistierten Suizids sprechen für eine größere Bedeutung von altruistischer Abtretung, Sorgen vor massiver Abhängigkeit von liebloser Versorgung und einer Konfliktspannung zwischen Harmonie- und Ablösungswünschen. Suizidprävention beim assistierten Suizid liegt in der Förderung von Palliativ- und Hospizarbeit, psychosozialen Hilfen und einer gesellschaftlichen Förderung der Selbstbestimmung, der Begleitung und der Würde am Lebensende.

Referent:in
Prof. Dr. Reinhard LindnerIst Facharzt für Neurologie und Psychiatrie wie auch Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Er habilitierte sich 2006 im Fach Psychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg. Er hat 18 Jahre psychoanalytisch orientiert am Therapie-Zentrum für Suizidgefährdete, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, und elf Jahre als Oberarzt für Gerontopsychosomatik an der Medizinisch-Geriatrischen Klinik Albertinen-Haus in Hamburg gearbeitet.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen entsprechend auf geschlechts- und altersspezifischen Aspekten der Suizidalität und in der Suizidprävention wie auch der psychodynamischen Psychotherapie alter Menschen. Weitere Forschungsinteressen sind die Beratung von Geflüchteten wie auch die Suizidprävention im Gefängnis.
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