Home Foren Trauerbegleitung Ist Trauerbegleitung in der breiten Öffentlichkeit bekannt? Antworten auf: Ist Trauerbegleitung in der breiten Öffentlichkeit bekannt?

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Hallo Susanne,
dass Psychotherapie wirklich so etabliert ist, sehe ich nicht ganz so. Dazu ist das Angebot viel zu gering und Hilfebedürftige müssen viel zu lange warten, um eine Psychotherapie in Anspruch nehmen zu können. Die Hürden sind schon echt enorm. Was sie allerdings der Trauerbegleitung voraus hat, ist die Anerkennung durch die Krankenkassen.
Und da liegt m.E. der Hase im Pfeffer. Solange ich auf ehrenamtliche Angebote angewiesen bin, um in der akuten Trauer Hilfe und Begleitung zu bekommen, bleibt das Ungleichgewicht bestehen.
Ein anderer sehr wichtiger Punkt ist für mich auch, dass Trauer in der öffentlichen Wahrnehmung oft mit Depression gleichgestellt wird und man schnell zum Psychotherapeuten und damit „weggeschickt“ wird. Das wurde ich auch oft gefragt, ob ich nicht zu einer Therapeutin gehen wolle. Nein, wollte ich nicht, weil ich wusste, wie eine Psychotherapie arbeitet und dass meine Trauer da nicht richtig aufgehoben ist.
Trauer ist nicht heilungsbedürftig, sie will gesehen und anerkannt werden, braucht ihren Raum und Verständnis.
Aber wie soll Trauerbegleitung der breiten Öffentlichkeit bekannt werden? Das ginge im ersten Schritt als automatisches Angebot über Bestatter, Standesamt, Versicherungen, also offizielle Stellen, mit denen man in jedem Fall in Kontakt kommt. Auf Eigeninitiative zu bauen, ist für mich der falsche Ansatz.
Da liegt ein Weg vor uns!

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