Home Foren Hospiz Hospizbegleitung in Zeiten von Corona

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  • #1913

    Ich bin zum ersten Mal hier dabei – und das gleich online – schön, dass das geht! Seit 2019 bin ich ehrenamtliche Hospizbegleiterin in Bonn, begleite Sterbende allerdings nicht in einem „klassischen“ Hospiz, sondern auf Palliativstationen, in Senior*inneneinrichtungen oder zu Hause. Meine Erfahrungen in dieser Pandemiezeit: Ich kann nur sehr schlecht Sterbende mit Abstand und Maske, mit Schutzkleidung und Handschuhen begleiten! Gott sei Dank hatte ich über unseren Hospizverein die Möglichkeit, mich früh impfen zu lassen – am kommenden Mittwoch bekomme ich die zweite Dosis AstraZeneca. Außerdem wurde ich vor jedem Besuch in einer Einrichtung getestet, für Besuche bei jemandem zu Hause habe ich mich direkt vorher immer selber mit einem im Handel gekauften Schnelltest getestet. Und so erlaube ich es mir und meinem sterbenden Gegenüber, dass wir uns auch ohne Maske und Schutzkleidung begegnen können – natürlich frage ich vorher, ob das für die Betroffenen und die Angehörigen, denen ich ja auch begegne, okay ist. Bisher war das immer der Fall! Trotz des Schutzes durch Impfung und Test setze ich ab und zu, wenn nötig, die Maske auf, z.B. wenn Kinder dabei sind, die mir näher kommen oder wenn der Abstand insgesamt gar zu nah wird. Aber sonst bleibe ich ohne und ich halte auch die Hand einer/s Sterbenden – ohne Handschuhe – und desinfiziere mir lieber häufiger einmal die Hände. So erlebe ich auch in diesen Zeiten gelingende und beglückende Begleitungen!
    Herzliche Grüße aus Bonn! Barbara

  • #1982

    Lutz Drink
    Mitglied

    Liebe Barbara,

    ja, das ist für uns alle eine große Herausforderung. Ich bin seit 2014 ehrenamtlich in einem stationären Hospiz tätig, und zwar im Haus Zuversicht in Bielefeld-Bethel. Wir, das sind die anderen ehrenamtlichen Kollegen und Kolleginnen und ich, waren alle froh, dass wir wieder, dann sehr geschützt durch Test und Maske, unsere Arbeit wieder aufnehmen konnten. Die Vorstellung, dass manche unserer Gäste im Haus im letzten Jahr ohne unsere Begleitung waren, war mir seit dem STOP im März 2020 so oft bewusst.

    Jetzt sind meine Kollegen und ich doppelt geimpft und wir konnten wieder starten. Das war gut, auch aus dem Wissen, dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit, NICHT vom Virus infiziert noch diesen Kerl an andere weiter geben können. Test und Maske bleiben zwar, aber eine Zeit am Bett eines Gastes bleibt die gleiche wir VOR der Pandemie. Und dann spielt es (fast) keine Rolle, dass draußen „der Bär tanzt“. Liebe Grüße aus Bielefeld

    Lutz

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