Home Foren Hospiz Erfahrene vs. junge Ehrenamtliche

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    Beiträge
  • #1797

    Meike Wengler
    Administrator

    Wie kann ein guter Übergang zwischen den alten/erfahrenen Ehrenamtlichen und den jungen Ehrenamtlichen gelingen? Braucht es getrennte Fortbildungsangebote oder ist es nicht viel sinnvoller, dass „Alt und Jung“ gemeinsam lernen und voneinander profitieren. Was meinen Sie? Wie sind Ihre Erfahrungen?

  • #1860

    Sandra Kötter
    Mitglied

    Es ist wertvoll, wenn es gelingt, „alt und jung“ zusammenzubringen, zum Beispiel, jungen/neuen Ehrenamtlichen einen Paten an die Seite zu stellen, der sie begleitet, aus seiner Erfahrung berichten und Sicherheit geben kann. So gelingt eine Wertschätzung der langjährigen Ehrenamtlichen und sie kommen schneller in Kontakt mit den neuen in der Gruppe.

    Bei den Fortbildungen kann es unterschiedlich sein: Bei uns werden jedes Jahr verschiedene zur Auswahl gestellt, für die sich die Teilnehmenden individuell entscheiden, auch mit verschiedenen Schwerpunkten zu Sterbe- oder Trauerbegleitung. Hin und wieder lohnt es sich ja auch, vermeintlich Altbekanntes aufzufrischen oder im neuen Zusammenhang noch einmal zu hören. So laufe ich als „alter Hase“ nicht Gefahr, zu eingefahren zu sein, sondern mich immer wieder zu reflektieren und in den Austausch zu gehen.

    Aktuelle Themen wie in diesen Tagen der Assistierte Suizid oder auch zeitlos wichtige Themen wie Resilienz und Selbstfürsorge können sicherlich von allen in der Gruppe gemeinsam besucht werden. Erfahrungsgemäß geben solche Fortbildungswochenenden ein tolles Gruppengefühl und die Chance, sich ganz anders kennenzulernen.

  • #1861

    Meike Wengler
    Administrator

    Das klingt nach einem guten Konzept. Hat noch jemand ähnliches zu berichten?

  • #1920

    Meine Erfahrung dazu: Gemeinsam ist gut! Meine Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin (Mai – Dezember 2019) war sehr intensiv, durch Abend- und WE-Termine und ein integriertes Praktikum im Sommer gut schaffbar auch für Student*innen und Berufstätige. In unserer 18-köpfigen Ausbildungsgruppe war alles vertreten: Frauen und Männer, Studierende, Handwerker*innen, Akademiker*innen, Menschen mit sozialen Berufen, BWLer*innen, Rentner*innen – der Altersumfang ging von ca. 20 bis ca. 80 J.

    Ich lag mit meinen fast 60 J. im oberen Drittel 🙂 … und das war eine schöne Erfahrung und ein guter Austausch zw. jung und alt, bzw. ein gutes gemeinsames Lernen war wirklich möglich! Es gab auch einmal während der Ausbildung einen Termin mit schon länger tätigen Begleiter*innen, die von ihren Erfahrungen berichteten, auch das waren Menschen unterschiedlichen Alters, wiewohl hier die Älteren in der Mehrzahl waren, da sie ja auch in der Begleitung schon eher zu den „alten Hasen“ zählten.

    Nach der Ausbildung haben wir uns noch 2x zu einem Stammtisch in der Ausbildungsgruppe getroffen, dann nahm uns das Virus leider diese gute Möglichkeit, uns mit Jüngeren und Älteren einfach in einem Bistrot zu treffen und über die ersten Erfahrungen in der Begleitung auszutauschen. Seitdem treffen wir uns, auch mit den anderen schon länger tätigen Ehrenamtlichen, in der Regel online.

    Aus meiner Sicht möchte ich diese altersübergreifende Zusammenarbeit und den Austausch nicht missen! Ich bin sehr froh, dass es überhaupt hier bei uns in Bonn so viele junge Menschen gibt, die bereit sind, sich ernsthaft mit „Leben und Tod“ zu beschäftigen und Sterbebegleitung zu machen! Davon profitieren wir Älteren sehr und die Jüngeren wohl aber auch von uns.

  • #1994

    Michaela Burch
    Mitglied

    Ich mache jetzt im Herbst mit meiner Hospizbegleiterausbildung weiter. Und ich hoffe auf die Begleitung von „alten Hasen“, weil sie einen immer wieder auch einiges vor Augen führen können. Und dazu muss der alte Hase nicht alt sein, sondern einfach nur schon länger im Tun.

    Und Fortbildungen sind für beide gut – für junge und für alte Hasen. Die alteingesessenen Hospizbegleiter brauchen vielleicht andre Dinge. Aber ohne Fortbildungen soll es bitte für keinen sein.

  • #1997

    Meike Wengler
    Administrator

    Ja, das finde ich auch. Und schön, dass Sie sagen „alte Hasen“ müssen nicht alt sein – das stimmt. Man wundert sich manchmal, wie weit junge Begleitende schon sind in ihrem Wissen und ihrem Wesen….

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