Home NEU Foren Trauerbegleitung Eine professionelle Trauerbegleitung ohne direkte Begegnung?

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  • #1798

    Meike Wengler
    Administrator

    Im Moment ist viel nicht möglich. Neue Ansätze einer digitalen Trauerbegleitung helfen und entwickeln sich weiter. Ersetzen wird dies die persönliche Begleitung wohl nicht. Wie sind Ihre Erfahrungen – als professionell Begleitende oder aber als Trauernde?

  • #1870

    Sandra Kötter
    Mitglied

    Ich möchte es mit Jan Suren Möllers Worten sagen: „Es geht immer viel mehr, als man denkt!“.

    In der Einzelbegleitung gibt es aus meiner Sicht kaum Einschränkungen: Ich darf einen Menschen weiterhin treffen und sie/ihn begleiten – bis auf die Maske nicht anders als vor der Pandemie. Ob das in einem Raum im gemütlichen Sessel ist oder bei einem Spaziergang an der frischen Luft, Vieles ist machbar.

    Dort, wo Trauergruppen nicht in Präsenz stattfinden können, kann ein digitales Format eine Alternative sein. Die Teilnehmenden sind dankbar für die Möglichkeit des Austausches und nehmen oft mögliche technische Hürden und damit verbundene Einschränkungen in Kauf. Inzwischen gab es viele Schulungsangebote auf diesem Gebiet, um auch hier eher in Lösungen als in Problemen zu denken.

    Ein kleines Beispiel: In Gruppen gibt es oft das Ritual, dass alle Teilnehmenden eine Kerze vor sich anzünden – das ist auch online möglich, jede:r bei sich vor dem Bildschirm, das schafft Verbundenheit.

    Als Begleiterin merke ich schon einen Unterschied: Ich sehe im Online-Format nur einen kleinen Ausschnitt des Menschen und habe das Gefühl, noch aufmerksamer und konzentrierter sein zu müssen als in Präsenz. Es fällt leichter, wenn sich Trauernde und Begleitende vorher schon „in echt“ begegnet sind und die Begleitung online eine Fortsetzung findet.

    Wie Sie schreiben, ersetzen wird die digitale Begleitung eine persönliche Begleitung aus meiner Sicht nicht. Das digitale Format mag ich selbst eher für fachlichen Austausch beibehalten.

  • #1871

    Meike Wengler
    Administrator

    Ja, das sind gute Eindrücke in das, was geht und zeigt gleichzeitig die Grenzen auf.

    • Diese Antwort wurde in vor 5 Monate, 3 Wochen um  Meike Wengler geändert.
  • #1929

    In der Selbsthilfegruppe erlebe ich es so, dass einige wegbleiben, für die der Online-Austausch zu unpersönlich ist, aber für andere ist der Austausch hilfreich – und auch eine gute Möglichkeit, den Tag zu strukturieren! Online ist mehr Moderation nötig, habe ich festgestellt.

    Was fehlt ist die Nähe, die Umarmungen, die kleinen Gesten, wie das Reichen eines Taschetuchs, eine Umarmung…Alle freuen sich darauf, wenn wir uns endlich wieder im realen Leben treffen können.

  • #1930

    Meike Wengler
    Administrator

    Das fehlt uns auch sehr. Ich glaube, wir werden den Wert der persönlichen Begegnung noch mehr zu schätzen wissen, wenn es wieder geht!

  • #1953

    Ich denke, es braucht beides – auch unabhängig von Pandemie-Zeiten. Während meiner akuten Trauerphase einige Jahre vor Corona, habe ich ein adäquates Online-Angebot sehr vermisst. Mich haben z.B. Trauercafés gar nicht angezogen, die Vorstellung in eine fremde Gruppe zu gehen, war mir viel zu anstrengend und hat mich überfordert. Eine individuelle Trauerbegleitung ist mir nicht in den Sinn gekommen, obwohl ich oft und viel nach Angeboten gegoogelt habe.
    Auch ich bin der Meinung, dass digitale Möglichkeiten nicht die persönlichen Begegnungen ersetzen sollen oder werden. Für mich sind sie aber sehr wichtige Ergänzungen, vor allem für Menschen, die sich erstmal „rantasten“ wollen. Introvertiert und trauernd ist eine sehr herausfordende Kombination. Hier können digitale Angebote helfen, die Menschen erst einmal zu erreichen und persönliche Begegnungen einzuleiten.

  • #1954

    Meike Wengler
    Administrator

    Das finde ich einen guten Ansatz. Das digitale Angebot darf ergänzend Bestand haben. Danke für den Kommentar.

  • #1956

    Esther Rehder
    Mitglied

    Guten Tag,

    ich wäre sehr an einer digitalen Trauerbegleitung in einer Gruppe interessiert. Ich bin bei einer sehr guten Trauerbegleiterin, aber leider nur telefonisch, da die Gruppen in Hamburg wegen Corona nicht stattfinden dürfen und online werden diese nicht angeboten. Meine Mutter ist im Februar ganz plötzlich gestorben und vor einer Woche eine weitere nahe Angehörige (Stiefmutter). Mir würde dies sehr helfen und ich wäre für einen Hinweis zu einer digitalen Trauergruppe sehr dankbar.

    Liebe Grüße!

  • #1972

    Meike Wengler
    Administrator

    Liebe Frau Rehder, ich habe Ihnen eine Direktnachricht geschrieben.

  • #2000

    Als Trauerbegleiterin mache ich die Erfahrung auch dass online vieles möglich ist

    Gespräche , Rituale uvm.

    Wie meine Kollegin Sandra Kötter aber auch sagte, ist es nur begrenzt möglich meine Gesprächspartner ganz körperlich zu sehen aber, ich finde, das online eine gute Lösung nicht nur während der Pandemie ist. Als Trauerbegleiterin, arbeite ich auch mit Seniorenheimen zusammen und denke jetzt an die vielen bettlägerigen Menschen und auch an Menschen, die auf Grund einer Erkrankung, nicht die Möglichkeit haben, zu uns zu kommen. Diese Menschen nehmen das Angebot gerne an- das bedarf aber einer Öffentlichkeitsarbeit.

  • #2002

    Ich finde es auch schön mit trauernden Menschen die Natur zu nutzen. So gehe ich gerne in meinen Garten oder den angrenzenden Wald. Natur kräftigt. Natürlich weis ich dann auch, wo ich dort so geschützte Orte finde, das auch dort mal ein rausschreien der Trauer, der Wut … möglich ist.

  • #2003

    Hallo Frau Rehder,

    auch ich habe ihnen eine Nachricht gesendet, weil ich Trauerbegleitung via Zoom anbiete.

  • #2216

    Guten Tag 🙂

    auch wenn die Woche vorüber ist möchte ich mich noch zu Wort melden….wer meinen Vortrag gehört hat, weiß es auch….eine online Begleitung braucht keine Ersatz sein, das ist Denken aus dem Mangel heraus. Für mich war es die einzige Möglichkeit, neben dem Telefon, Menschen überall in Deutschland kurzfristig zu helfen. Ich selbst habe unheimlich viel und großartige Hilfen in den letzten Monaten via Zoom und Co erhalten. Von der Fortbildung bis zur Hypnose war alles dabei. Es war niemals Ersatz, immer Bereicherung. Alles darf sein. Es ist unsere Wertung, die die Chancen ungenutzt lässt. Wir werden eine Unmenge trauernder Menschen vor uns haben – dies können wir gar nicht alles vis – a – vis begleiten.

    Nach meinem Vortrag und dem regen Austausch ist die wunderbare Idee entstanden, dass wir ein Netzwerk gründen werden. Trauerbegleitung 2.0 für all jene gedacht, die sich in der Online – Begleitung engagieren und austauschen möchten. Und vor allem auch für die Menschen, die Hilfe schnell und niederschwellig brauchen werden. Ich freue mich über jeden/jede, die dabei sein möchte! UNd gerne können sie mich am viruellen Messestand noch besuchen!

  • #2217

    Ich bin gerne und auf jedem Fall dabei Birgit!

  • #2218

    Ich bin gerne und auf jedem Fall dabei Birgit! Liebe Grüße Susanne Hövelmann

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