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“Was ich Dir noch sagen wollte” – Briefe als friedenstiftendes Mittel am Lebensende

Workshop

9. Mai, 11:30 - 13:00 Uhr

Raum: Workshopraum 3

WS Nr. 19

Oft schloss Anke Feierabend die Tür zum Patientenzimmer und dachte: “Das muss ich aufschreiben! Das darf nicht verloren gehen!” Genau das tat sie – und so entstand eine Sammlung eindrucksvoller Erlebnisberichte, die das Potenzial haben, viele Menschen dazu zu motivieren, Sterbenden in besonderer Weise beizustehen.

Häufig wünschen sich Sterbende, einen ihnen sehr wichtigen Menschen noch einmal wiederzusehen, zu dem ihnen jedoch der Kontakt im Laufe ihres Lebens abhanden gekommen ist. Letztlich ist es meist unerheblich, ob dem Kontaktabbruch ein Streit vorausgegangen war oder ob die Beziehung einfach eingeschlafen ist. Tatsache ist, dass der Sterbende sich danach sehnt, diesem Menschen noch einmal zu begegnen, die dafür notwendigen Schritte jedoch selbst nicht mehr einleiten kann. Angehörige sind damit häufig ebenfalls überfordert, da sie emotional “zu nah dran” sind, sodass ihnen die nötige gesunde Distanz für eine erfolgreiche Kontaktaufnahme fehlt.

In ihrer langjährigen Arbeit als Kunsttherapeutin auf einer Palliativstation erlebte Anke Feierabend in besonderem Maße die friedenstiftende, tröstende, ja, seelenheilende Wirkung von Briefen auf die Patienten, wenn es ihr gelang, damit den gewünschten Kontakt wiederherzustellen. Briefe sind ein wunderbares Mittel, damit dies gelingt. Dabei ist jedoch einiges zu beachten, um mit den Schriftstücken das gewünschte Ziel zu erreichen: die heilsame Zusammenkunft der beiden betreffenden Menschen.

Im Workshop beschäftigen wir uns mit den Fragen:

  • Woran erkenne ich, dass der Sterbende einen Kontaktabbruch erlitten hat, der ihn quält?
  • Wie gehe ich einfühlsam damit um, ohne zu überfordern?
  • Der Brief als Brücke, oft sogar als letztes Mittel zur Kontaktaufnahme
  • Wie formuliere ich einen solchen Brief mit dem Sterbenden?
  • Welche Rolle nehme ich dabei ein?
  • Was ist besonders zu beachten, um den Empfänger nicht zu überfordern?
  • Worauf ist bei der Zustellung eines solchen Briefes zu achten?
  • Die Wirkung solcher Briefe anhand von Fallbeispielen
  • Was ist bei der ersten Zusammenkunft der beiden Menschen zu beachten?
  • Wie gehe ich damit um, wenn der Brief sein Ziel verfehlt?

Wenn es Ihnen gelingt, durch einen Brief zwei Menschen quasi in letzte Minute wieder zueinander zu führen, werden auch Sie reich beschenkt und ermutigt, weitere zu schreiben! Denn Sie sind der Engel, der den Mut aufgebracht und alle wesentlichen Schritte unternommen hat, um dem Sterbenden einen Frieden zu schenken, den er ohne Sie nicht erlebt hätte. Auch dem Briefempfänger wird ein Schatz fürs Leben zuteil.