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“Über das Sterben reden” – Mut machen für mehr Mitmenschlichkeit

Fachvortrag

24. Okt, 14:15 - 15:00 Uhr

Raum: Konferenzraum 6

Die meisten Menschen wünschen sich zu Hause zu sterben. Jedoch geht dieser Wunsch nur für einen kleinen Teil in Erfüllung und die meisten Menschen sterben heute immer noch in Institutionen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen. Um mehr Menschen ein Sterben zu Hause zu ermöglichen braucht es die Beteiligung der Gesellschaft und die Zusammenarbeit von professionellen Helfern mit Bürgern. Es braucht compassionate communities (sorgende Gemeinschaften) um die Diskussion über Sterben und Tod im öffentlichen Raum zu verbessern und Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Palliativversorgung zu beteiligen. Anderen am Lebensende beizustehen sollte so normal sein wie anderen im Notfall zu helfen.

Letzte Hilfe sollte also genauso selbstverständlich sein wie Erste Hilfe.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Brauchen wir andere Formate in der Öffentlichkeitsarbeit? Um effektive Öffentlichkeitsarbeit zu leisten braucht es heutzutage auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnittene Angebote. Hierzu können kurze Veranstaltungen und die Einbeziehung moderner Medien genutzt werden. Wie man Menschen für die Themen Leben, Tod und Palliativversorgung interessieren kann, wird beispielhaft an den Erfahrungen mit dem Letzte-Hilfe-Kurs vorgestellt und diskutiert. Der Letzte-Hilfe-Kurs basiert auf einem ganzheitlichen Menschenbild und einer hospizlichen, mitmenschlichen Haltung. Er beinhaltet vier Module zu den Themen:

  1. Sterben ist ein Teil des Lebens
  2. Vorsorgen und Entscheiden
  3. Leiden lindern
  4. Abschied nehmen

Mittlerweile haben fast 20.000 Bürger die Kurse besucht und es gibt mehr als 1700 Letzte Hilfe Kursleiter. Letzte Hilfe Kursen helfen Wissen zu erlangen und geben Raum um über das Sterben zu reden. Sie machen damit Mut zu mehr Mitmenschlichkeit. In diesem Sinne rufen Sie auf zu mehr Bürgerbeteiligung in der Palliativversorgung – zurück zu den Wurzeln der Hospizbewegung.

Was ist daran anders – was sagen die Menschen zu diesem andersartigen Konzept der Öffentlichkeitsarbeit und Breitenausbildung im Bereich der Palliativversorgung? Die Ansichten und Beurteilungen von Letzte-Hilfe-Kursteilnehmern werden aufgezeigt und Auswirkungen dieses neuartigen Formates für die Verbreitung von Hospizgedanken und Palliativversorgung in der Gesellschaft diskutiert.