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“Lass uns reden” – Wie spreche ich über Leben und Tod?

Fachvortrag / Stream

23. Okt, 13:30 - 14:15 Uhr

Raum: Kandel

Die Themen Tod und Sterben sind meist ein Tabu. Es bestehen Ängste und große Unsicherheiten, darüber zu sprechen.

Nicht nur Tod und Sterben sind mit Angst behaftet, sondern auch das Auftreten einer schweren Erkrankung oder das Fortschreiten einer Erkrankung. Der Fachbergriff der Progredienzangst definiert Angst vor dem Fortschreiten einer Erkrankung. Dabei wird herausgestellt, dass die Progredienzangst keine Angsterkrankung ist, sondern eine Angst, die einen realistischen Bezug hat. Diese Angst kann nicht therapiert werden, aber sie kann und soll reduziert werden, wenn sie die Lebensqualität stark einschränkt. Psychotherapeutische Behandlungskonzepte zur Progredienzsangst wurden entwickelt, z. B. Waadt et al 2011 oder Rudolph et al 2017. Die Behandlungskonzepte wurden evaluiert und es konnte gezeigt werden, dass die Progredienzangst reduziert und die Lebensqualität gesteigert werden konnte.

Ideen aus diesen Behandlungskonzepten können gut auf das Thema Leben und Tod übertragen werden. Auch dort ist es kein Ziel, eine Angstfreiheit zu erreichen, sondern es soll die Angst vor Sterben und Tod auf ein erträgliches Maß gebracht werden. Möglichkeiten, wie man darüber spricht und wie mal solche Gespräch auch initiiert, werden aufgezeigt. Dabei gilt es, eine Balance aus Konfrontation mit den Ängsten und Hoffnung zu halten. Der Einsatz einer Patientenverfügung kann es erleichtern, ein Gespräch über Tod und Sterben zu beginnen. Durch die Reduzierung der Angst kann die Lebensqualität gesteigert werden und das Leben wieder in den Vordergrund gestellt werden.

Fallbeispiele aus der konkreten Krebsberatung werden in den Vortrag integriert. Schließlich werden konkrete Anlaufstellen zur Unterstützung vorgestellt, wie zum Beispiel die Psychosoziale Krebsberatung Freiburg am Tumorzentrum Freiburg – CCCF des Universitätsklinikums Freiburg.