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“empCARE” – Ein empathiebasiertes Konzept zur psychischen Entlastung von Pflegekräften

Fachvortrag

8. Mai, 11:00 - 11:45 Uhr

Raum: Borkum

Das “empCARE”-Konzept beinhaltet ein Kompakttraining mit anschließendem Coaching, in denen es um einen langfristig gesunden Umgang mit Empathie geht. Im Gegensatz zu vielen klassischen Empathie-Trainings geht es im “empCARE”-Training nicht einfach darum, mehr Empathie zu entwickeln oder zu erlernen, sondern um einen reflektierten Umgang mit der eigenen Empathie. Die Forschung zeigt, dass vor allem unreflektierte Empathie im Alltag eines sozialen Berufes wie der Pflege zwar kurzfristig entlastend sein kann, langfristig aber auch zu beruflicher Unzufriedenheit, Burnout-Symptomen und Depressivität führen kann.

Konkret geht es hierbei um die schwierigen und stressreichen Situationen, in denen Pflegende den sogenannten „empathischen Kurzschluss“ erleben: die unbewusste emotionale Überforderung mit der Situation und der gleichzeitige Impuls, irgendwie auf die Patientin / den Patienten empathisch eingehen zu wollen. Dies kann zu einer sogenannten pseudo-empathischen Antwort führen, die zwar oberflächlich dem Anliegen der anderen Person nachkommt und die Pflegeperson kurzfristig entlastet, die aber die zugrundeliegenden Bedürfnisse beider Parteien unerfüllt lässt. Langfristig entsteht durch eine Häufung solcher Situationen und Reaktionen starke psychische Belastung.

Im Vortrag wird erklärt, wie im “empCARE”-Training solche Situationen aufgearbeitet werden und wie der „empathische Kurzschluss“ erkannt und entschärft werden kann. Außerdem wird die im “empCARE”-Training verwendete Bedürfnis-orientierte Kommunikation beschrieben, welche es den Pflegenden ermöglicht, die eigenen Emotionen und Bedürfnisse zu reflektieren und deren Erfüllung in den Berufsalltag zu integrieren, ohne ihren Pflegeauftrag vernachlässigen zu müssen. Der Vortrag schließt mit einer Zusammenfassung der Forschungsergebnisse, welche die Effektivität des “empCARE”-Trainings belegen konnten.