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“Einfach Fragen – einfach Zuhören!” – Idiolektik: Der Weg zu sich selbst und zum anderen in herausfordernden Begegnungen

Fachvortrag / Stream

23. Okt, 12:15 - 13:00 Uhr

Raum: Feldberg

Menschen in einer palliativen Behandlung befinden sich in vielfacher Hinsicht in einer außergewöhnlichen Lebenssituation, die allen Beteiligten viel abverlangt. Ausschließlich konventionelle Dialoge reichen häufig nicht aus. Die idiolektische Gesprächsführung bietet einen Ansatz, Menschen in der palliativen Behandlung, im Hospiz oder in der Trauerbegleitung Freiraum zu vermitteln und ungehindert über sich, die momentane Situation, das Vergangene oder das auf sie Zukommende zu sprechen (Poimann et al. 2013). So kann es dem Betroffenen möglich werden, im Gespräch die eigenen Bedürfnisse zu artikulieren, welchen sie bislang möglicherweise noch keinen Namen geben konnten. (Caballero, 2018).

Jeder Mensch hat seine eigenen Sichtweisen, Meinungen und Werte, die maßgeblich seine individuellen Bedürfnisse bestimmen. Diese spielen insbesondere in der letzten Lebensphase eine besondere Rolle. Idiolektik, eine evidenzbasierte Methodik (Poimann und Haarnagel, 2020) hilft dieser Rolle auf der Lebensbühne einen besonderen Platz zu gestalten.

Idiolektik, eine Gesprächsführungsmethode, die es ohne größeren Aufwand und Voraussetzungen ermöglicht, dem Gegenüber ihre eigenen Ressourcen zu aktivieren und dabei das Thema, den Ton und das Tempo selbst zu steuern (Olbricht, 2013). Menschen in schwierigen Lebenslagen erwarten nicht nur therapeutische Hilfe für den Körper, sondern auch psychologische Unterstützung durch den Behandler, wobei der Grad  der gewünschten Partizipation und der Umfang der erwarteten Information nur individuell ermittelt werden können (Vogel et al.  2006).