11.02.19

Von Sinnfragen und Schuldzuweisungen

10. LEBEN UND TOD geht elementaren Fragen auf den Grund

Mit Eintreten einer schweren und unheilbaren Krankheit gerät der Körper in den Fokus und bestimmt zunehmend den Alltag. „Wieso ich?“ oder „Wer ist schuld an meiner Situation?“ – früher oder später tritt unweigerlich die Frage nach dem Grund für das Leiden und den Sinn des Lebens auf. Auf der LEBEN UND TOD am Freitag und Samstag, 10. und 11. Mai 2019, in der Messe Bremen geben Experten aus Theorie und Praxis Handlungsempfehlungen für Betroffene und ihr persönliches Umfeld.

Eine von ihnen ist Chris Paul, Leiterin des Trauerinstituts Deutschland. Sie ist spezialisiert auf die Begleitung von trauernden Menschen. In ihrem Vortrag „Sündenbock oder Unschuldslamm – die narrative Kraft von Schuldvorwürfen am Lebensende“ gibt sie Impulse, wie Trauerbegleiter ihr Repertoire zur Schuldbearbeitung erweitern und die Reaktionen und Gesprächsangebote gezielter einsetzen können. Nicht selten dienen Schuldzuweisungen den Betroffenen als Notanker in einer ausweglosen Situation. „Durch die Ernennung eines Schuldigen scheint das Geschehene logischer und Unsicherheiten erträglicher“, erklärt Paul. „Ein Blick auf die möglichen Funktionen von Schuldzuweisungen ermöglicht, sich selbst und die Situation besser zu verstehen. Oftmals hilft schon etwas Abstand, um die Zusammenhänge zu reflektieren und neu zu verstehen“, so Paul weiter.

Die Logotherapie als sinnzentrierte Psychotherapie befasst sich ebenfalls mit der Sinnfrage und unterstützt Betroffene dabei, angesichts der Endlichkeit ihres Lebens Antworten auf ungeklärte Fragen zu finden. Sie basiert auf der Grundannahme, dass Menschen ihre jeweiligen Lebensmöglichkeiten – auch angesichts von Leid – erkennen und gestalten wollen und dass dies in hohem Maße das Lebens- und Selbstwertgefühl stärkt. Dr. med. Ursula Tirier ist Leiterin des Institutes für Logotherapie und Existenzanalyse in Essen: „Es ist von großer Bedeutung, dass der Betroffene persönliche Antworten auf seine Fragen findet. Wenn dies nicht gelingt, kann das sein Leiden verschlimmern und seine Lebensqualität erheblich verringern.“ In ihrem Vortrag veranschaulicht sie anhand von drei Praxisbeispielen, wie sie lebensbedrohlich erkrankte Menschen dazu ermutigt, ihre Lebensmöglichkeiten wieder mehr ins Blickfeld zu rücken.

Neben einem vielseitigen Vortrags- und Workshopprogramm bieten die Veranstalter der LEBEN UND TOD zum zehnjährigen Jubiläum ein besonderes Highlight: Beim Death Slam am Freitagabend tragen sechs sogenannte „Slammer“ ihre selbst verfassten, literarischen Texte dem Publikum vor. „Dabei geht es natürlich um den Tod, aber vor allem um das Leben. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und haben ihren ganz eigenen Stil – von witzig über poetisch bis hin zu ernst ist alles dabei“, sagt Meike Wengler, Projektleiterin bei der Messe Bremen & ÖVB-Arena. Der Death Slam findet zum ersten Mal in Bremen statt und wird von der FUNUS Stiftung und der Zeitschrift Drunter&Drüber in Kooperation mit der LEBEN UND TOD organisiert.

Was schenkt mir Freude? Welche Energie trägt mich durch die Trauer oder wobei schöpfe ich Kraft? Die Ausstellung „hoffnungsvoll & seelenschwer – 365 Tage in Wort und Bild“ des Bundesverbands Trauerbegleitung e. V. zeigt Antworten auf diese Fragen in Form persönlicher Texte, Fotos und weiterer kreativer Werke. Noch bis Mitte März können sich Interessierte mit ihren Einsendungen an der Wanderausstellung beteiligen. Das Ergebnis präsentiert der Verein auf der LEBEN UND TOD.

Der Fachkongress mit begleitender Ausstellung findet in Halle 6 der Messe Bremen statt und ist am Freitag, 9. Mai, von 9.00 bis 18.00 Uhr und am Samstag, 10. Mai, von 9.00 bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung kostet ab 8 Euro, der Zugang zum Kongress ab 25 Euro. Interessierte Fachteilnehmer können sich online registrieren. Tickets für den Death Slam gibt es für 7,50 Euro an der Abendkasse.

 

Mehr Infos unter www.leben-und-tod.de
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