19.02.19

Auch mit kleinen Dingen viel bewegen

10. LEBEN UND TOD gibt Impulse für die Pflege am Lebensende

Genuss, Lachen, Bewegung – Lebensqualität hat viele Facetten. Mit Eintreten einer unheilbaren Krankheit verändern sich jedoch die Prioritäten. Schmerzfreiheit und Autonomie rücken in den Fokus. „Oft sind es die kleinen Dinge, die das Leben am Ende lebenswert machen“, sagt Meike Wengler, Projektleiterin bei der Messe Bremen & ÖVB-Arena. Die 10. LEBEN UND TOD befasst sich mit diesem Thema und bietet am Freitag und Samstag, 10. und 11. Mai 2019, Impulse für Pflegerinnen und Pfleger. Experten geben Handlungshinweise für den Spagat zwischen Lebens- und Sterbequalität und zeigen Wege auf, mit dem Autonomiewunsch der Betroffenen und den damit kollidierenden Vorstellungen der Angehörigen umzugehen.

Eine Patientenverfügung oder das Konzept der gesundheitlichen Vorausplanung (Advance Care Planning) können helfen, Konflikte zu vermeiden. In ihrem Vortrag plädiert Sonja Schäfer, Palliative-Care-Fachkraft, freiberufliche Dozentin und Ethikberaterin, für klare Regeln: „So individuell wir leben, so unterschiedlich sterben wir auch. Eine gut verfasste Patientenverfügung gibt Handlungssicherheit und entlastet alle Beteiligten.“ Insbesondere das Thema Ernährung führe immer wieder zu Verunsicherung bei Angehörigen und Pflegekräften. „Genuss durch Essen oder Trinken gilt als Lebensqualität. Nahrung kann den Sterbeprozess jedoch verlangsamen und den Betroffenen belasten“, erklärt Schäfer. Eine Alternative ist kreative Mundpflege. „Wenn wir die Schleimhäute mit geschmackhaltiger Flüssigkeit befeuchten, erhält der Mensch ein Stück Lebensqualität, ohne an Sterbequalität zu verlieren“, so die gelernte Krankenpflegerin.

„Leben bis zuletzt!“ fordert auch Palliative-Care-Fachkraft Elisabeth Krull in ihrem Vortrag. Sie plädiert für eine leitlinienbasierte Palliativversorgung, die Handlungsspielräume für eine individuelle Behandlung und Begleitung kranker Menschen in all ihren Lebensbereichen ermöglicht. „Wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, zielen die Hoffnungen der Beteiligten auf Lebensqualität in der verbleibenden Zeit. Jeder verbliebene Tag ist kostbar und unerforschte Therapieversuche nicht vertretbar. Leitlinien geben die nötige Sicherheit und einen Handlungsrahmen und ermöglichen dennoch eine individuelle Patientenorientierung“, sagt Krull.

Neben den Expertenvorträgen und Workshops erwartet die Fachbesucher auf der LEBEN UND TOD eine vielfältige Messe mit rund 140 Ausstellern. „Wer eine klassische Industrieausstellung wie auf Medizinkongressen erwartet, ist hier falsch. Die Begleitausstellung der LEBEN UND TOD ist bunt und lebensbejahend, sie bietet den Besuchern neue Impulse für ihre Arbeit und genügend Raum für Begegnungen – sei es mit Experten, Kollegen oder Ausstellern“, sagt Wengler. Dabei ist auf der Messe Platz für Ungewöhnliches, ohne ins Unethische abzugleiten. „Wer mag, kann bei uns sogar im Sarg Probe liegen. Eine tolle Erfahrung sowohl für erfahrene Pflegemitarbeiter als auch für junge Menschen in der Ausbildung“, so Wengler weiter.

Die LEBEN UND TOD in Halle 6 der Messe Bremen ist am Freitag, 10. Mai, von 9 bis 18 Uhr und am Samstag, 11. Mai, von 9 bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung kostet ab 8 Euro, der Zugang zum Kongress ab 25 Euro. Interessierte Fachteilnehmer können sich online registrieren.

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Mehr Infos: www.leben-und-tod.de

 

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